25.05.2018, Von Ulcinj nach Shengjin (Albanien), 103km, 335hm

Nach dem Frühstück auf unserer schönen Terrasse mit Meerblick, bei dem wir auch die Katzenmutti mit ihren 3 Jungen noch etwas versorgt hatten, haben wir uns von unserer herzlichen Vermieterin Fera verabschiedet und sind zunächst mal Richtung Markt gefahren um zu sehen, ob der Fahrradmechaniker dort ist.

Als wir unsere voll beladenen Fahrräder durch den engen Gemüsemarkt schoben, haben wir viele verständnislose Blicke geerntet, doch am Ende hatten wir Glück und fanden am dem Eingang gegenüberliegenden Ende den Fahrradmechaniker.

Wenngleich eine Unterhaltung aufgrund der Sprachbarriere leider schwer fiel, waren wir von seiner Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit begeistert. Er schaute sich das defekte Hinterrad an und stellte fest, dass er nicht das nötige Werkzeug hatte, um den Zahnkranz abzuziehen. Doch damit war scheinbar sein Ehrgeiz geweckt… Er suchte zunächst nahezu passende Speichen heraus und entfernte mit einem stabilen Drahtschneider die noch im Rad hängenden Speichenreste. Dann schaffte er es nach einigem Probieren die Speiche durch den Zahnkranz hindurch zu fädeln! Nach einer Stunde war das Fahrrad zumindest soweit wieder hergestellt und weitestgehend vom Achter befreit, dass wir uns beruhigt über die Baustellenstrasse nach Albanien wagen konnten.

Die Straße aus Ulcinj war tatsächich Baustelle und für Autos gesperrt. Mit dem Fahrrad winkte man uns überall freundlich durch, sogar durch einen Tunnel in dem grade mit schwerem Gerät gemeisselt wurde.

Die Strasse war ruppig, weil größtenteils grob geschottert, aber letztlich mit etwas Geduld gut befahrbar und Jörgs Rad überlebte die Strapatze ebenfalls ohne weiteren Schaden.

Nach der Baustelle war die Straße sehr gut und führte uns über die Grenze nach Albanien zur Stadt Shkodra am gleichnamigen Shkodra See. Wir fuhren zunächs etwas das linke Seeufer mit seinen vielen kleinen Restaurants entlang, machten kurz Rast und genossen den Blick auf den riesigen See.

Danach fuhren wir in die Stadt hinein und waren begeistert wie viele Radfahrer unterwegs waren und wie rücksichtsvoll die Autofahrer waren … völlig anders als in Kroation und Montenegro.

Wir suchten kurz eine Bank, denn in Albanien wird nicht in Euro sondern in albanischen Lek (ALL) bezahlt und drehten eine Runde durch die hübsche Stadt.

Da wir auf unserer Tour ja noch einige km vor uns hatten und grade erst einen Tag Ruhepause in Ulcinj eingelegt hatten, beschlossen wir noch ca. 45km Landstraße weiter bis ans Meer nach Shengjin zu fahren.

Die Stadt sah zunächst etwas trostlos aus, viele wenig attraktive Betonbunker, hatte aber letztlich zumindest eine nette Strandpromenade. Das aus booking.com als Idee herausgesuchte Hotel erwies sich als Reinfall, es lag direkt hinter einem ausgedienten Industriegebiet und Öllager mit riesigen Tanks … nicht das was wir uns wünschen, nachdem wir extra 45km weiter bis ans Meer geradelt waren.

Wir kamen schliesslich in einem Hotel direkt an der Promenade unter, das grade von ein paar Leuten aus dem Kosovo neu eröffnet wurde. Sie stellten sich noch etwas unbeholfen an, waren aber sehr bemüht 😉 Das Abendessen in einem stylischen Strandlokal war gut, wenn auch kein Highlight.

In Summe war unsere erster Eindruck von Albanien sehr positiv: freundliche Leute, entspannte Autofahrer, für uns niedrige Preise (ÜF 35 für zwei Personen direkt am Meer).

 

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